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Borkenkäfer: Gemeinsam Katastrophe verhindern

SCHÄDLING - Auf Initiative von LK-Präsident Schultes und den Obmännern der am meisten betroffenen Bezirksbauernkammern, wurden mit LH-Stellvertreter Pernkopf und Experten des NÖ Waldverbands Maßnahmen zur Eindämmung der Borkenkäferkalamität beschlossen. Auch Ministerin Köstinger hat erste Vorkehrungen getroffen.


Achtsamkeit gefragt: Aufgrund der dauernden hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen sind heimische Waldbestände deutlich anfälliger gegen den Borkenkäfer.(C) Waldverband NÖ

Wegen des für den Borkenkäfer besonders günstigen Witterungsverlaufs, findet der Borkenkäferflug vier bis fünf Wochen vor dem Flugbeginn 2017 statt, sodass Anfang Juni mit den ersten großen Schadholzmengen gerechnet werden muss. Das anfallende Schadholz trifft auf einen gesättigten Holzmarkt.

Große Schadholzmengen treffen gesättigten Markt

Derzeit haben sowohl die Sägewerke (Übernahme, Lagerung), als auch die Frächter, insbesondere in den Hauptschadensgebieten, ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Der Abtransport, von im Wald gelagertem und vom Borkenkäfer befallenem Holz, verzögert sich jetzt schon um bis zu sechs Wochen. Die Schließung zweier Kraftwärmekopplungen in den Hauptschadensgebieten, verschärft die stockende Holzabfuhr zusätzlich.

Die Landwirtschaftskammer wird in einem ersten Schritt Koordinierungsstellen auf Landes- und Bezirksebene einrichten, die als Anlaufstelle (für Waldbesitzer) bei der Umsetzung der bekämpfungstechnischen Maßnahmen fungieren.

Die Maßnahmen des Landes NÖ im Detail

Folgende Maßnahmen müssen in den Schadgebieten sofort umgesetzt werden und sollen entsprechende Unterstützung der öffentlichen Hand finden:

• Bereitstellung von Ausbringungstechnik zur Behandlung von gelagerten Holz mit Insektiziden.

• Bereitstellung von Bauvlies, das mit Insektizid behandelt werden kann und zum Abdecken von gelagertem Rundholz verwendet werden soll.

• Bereitstellung von Insektizidnetz „Storanet“ ab Verfügbarkeit – voraussichtliche Anlieferung Anfang Juni, maximal fünf Netze pro Waldbesitzer.

• Aufstellen von Borkenkäferfallen (Trinet mit Lockstoffen) auf den Schadflächen, maximal fünf Fallen pro Waldbesitzer.

 

Weiters sollen folgende durch die Ländliche Entwicklung geförderten Maßnahmen intensiviert werden:

• Verhacken von fängischem Material.

• Mulchen von fängischem Material.

• Mobile Entrindung mit dem Harvester.

 

Als weitere Maßnahme ist die Bereitstellung von mobilen Einsatztrupps vor Ort geplant, die die Grundeigentümer bei den bekämpfungstechnischen Maßnahmen unterstützen und soweit wie möglich auch Holzernte- und Bringungsarbeiten durchführen. Auch die Maßnahmen des Forstpakets 2017 bleiben aufrecht:

• Das höchstzulässige Gesamtgewicht für Holztransporte bleibt bei 50 Tonnen.

• Die Verarbeitungskapazitäten in der nachgelagerten Industrie werden erhöht.

• Fördermittel für die Errichtung von Nass- und Trockenlagern werden bereitgestellt.

 

Sämtliche beschlossene Maßnahmen werden nun Schritt für Schritt umgesetzt, um die betroffenen Waldbesitzer bestmöglich zu unterstützen. Dennoch ist jeder Einzelne gefordert, aufmerksam seinen Wald zu beobachten und aktiv Maßnahmen zu setzen, um der Ausbreitung des Borkenkäfers entgegen zu wirken. Wer dazu Unterstützung benötigt, sollte sich an seine zuständige Bezirksbauernkammer wenden.


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