Liebe Bauernbündler!
Am 24. Juni 1906 wurde der Niederösterreichische Bauernbund gegründet...

BauernbundobmannHermann Schultes

Liebe Bauernbündler!

Die Jahreszahl 2006 ist für uns eine ganz besondere: Wurde doch der NÖ Bauernbund am 24. Juni 1906 gegründet und feiert somit heuer das Fest des hundertjährigen Bestandes.
Wir gedenken dieses Ereignisses in mehreren Aktionen und Veranstaltungen und wollen dabei nicht nur die Vergangenheit beschwören, sondern auch eine Standortbestimmung vornehmen und in die Zukunft blicken. Denn das war und bleibt eine der Stärken des NÖ Bauernbundes: dass er, aufbauend auf einer großen Tradition, eine vorwärts gerichtete politische Kraft ist.
Dennoch und gerade deshalb ist es unerlässlich, sich zu besinnen, wie denn alles gekommen ist und wie sich der NÖ Bauernbund in den vergangenen 100 Jahren entwickelt hat.
Schon der Kalender des NÖ Bauernbundes für das Jahr 2006 ist gewissermaßen ein Kaleidoskop, in dem man in den verschiedensten Farben und Schattierungen die vielfältigen Leistungen der Bauern, aber auch Leistungen für die Bauern finden kann. Es wird in diesem Kalender daran erinnert, was in den letzten hundert Jahren „Von der Monarchie bis zur EU“ alles in Bewegung war. Wahrscheinlich fragen sich viele im Jubiläumsjahr, wie man denn im Gründungsjahr 1906 eigentlich gelebt hat – und auf diese Frage gibt unser Kalender Antwort. Er zeichnet viele Entwicklungen nach, die die Bauern in diesen 100 Jahren auf sich nehmen mussten und bewältigten. Zum Beispiel auf den unglaublichen, rasanten Fortschritt in der Landtechnik und in anderen Sparten und wie sich die Rolle der Bäuerin verändert hat. Und wer den Kalender gelesen hat, wird das sozialpolitische Engagement vieler Bauernbundfunktionäre bewundern, denn vor allem die Jüngeren Bauernbundmitglieder wissen gar nicht mehr, wie das früher gewesen ist, welche Belastungen das für die Familie und die Wirtschaft mit sich brachte, wenn man einen Arzt brauchte.
Mit dem Wandel der Land- und Forstwirtschaft in diesen 100 Jahren seit 1906 beschäftigen sich auch mehr als 250 von Bauernbündlern gestaltete Ausstellungen in Ortschaften und Gemeinden. In vielen dieser Ausstellungen werden alte bäuerliche Maschinen und Werkzeuge gezeigt, historische Fotos erinnern, wie man früher arbeitete und wohnte und in den Dörfern gefeiert hat.
Diese Ausstellungen sollen auch die nicht bäuerliche Bevölkerung im ländlichen Raum und in den Märkten und Städten auf die Leistungen der Bauernschaft für die Gesellschaft aufmerksam machen. Vieles ist selbstverständlich geworden – das tägliche Brot, die hohe Qualität der Lebensmittel. Und auch an die Energie, die auf den Feldern und in den Wäldern nachwächst haben sich viele, die Fernwärme beziehen oder Biosprit tanken, schon gewöhnt.

Natürlich erscheint im Jubiläumsjahr auch eine umfassende Festschrift, die tief in die bäuerliche Geschichte eindringt und viele Themen aufgreift und behandelt.
Wir werden aber heuer nicht nur gedenken.
Es gibt mehr als genug in der aktuellen Politik zu tun, und wir werden es tun. Wir bringen uns im Jahr, dessen erste Hälfte durch den EU-Vorsitz Österreichs geprägt ist, genauso in EU-Fragen ein, wie wir – wie gewohnt – auch sonst überall Stellung beziehen und beziehen werden, wo es nötig ist. Die große und erfolgreiche Tradition ist uns dabei Vorbild und Hilfe.

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